
Was ist Sprechen?
Sprechen eine elementare Form der Kommunikation. Sprechen ist der direkte Ausdruck unseres Denkens und unseres Gefühls. Wir können entscheiden, was wir sagen und wie wir etwas sagen.
Was wir sagen, hängt von den Zielen ab, die wir mit dem Sprechen erreichen wollen. Wie wir es sagen hängt von der inneren Überzeugung ab, die wir beim Sprechen tatsächlich haben.
Es geht also um Inhalte und Gefühle. Im Idealfall ist beides im Einklang. Dann ist das Sprechen authentisch. –
Wie funktioniert Sprechen ?
Beim Sprechen artikulieren wir Laute, die durch die Stimmlippen im Kehlkopf erzeugt werden. Die Stimmlippen sind Muskeln, die Schwingungen in der Luft erzeugen und so für den Klang und die Resonanz der Stimme sorgen. Egal ob wir Sprechen oder Singen. Die Resonanz der Stimme wird durch das Ansatzrohr, oder auch den Vokaltrakt, d.h. den Rachen-, Mund- und Nasenraum, je nach Stellung von z. B. Gaumen oder Zunge weiter modifiziert und im Idealfall unterstützt und verbessert.
Die Aktivität des Ansatzrohres ist aber neben ihrer Unterstützung für den Stimmklang und die Resonanz der Stimme auch entscheidend für die Artikulation beim Sprechen zuständig. Besser Sprechen bedeutet somit: Mehr Resonanz und bessere Artikulation.
Sprechen und Mitteilen
Immer wenn ich spreche, möchte ich auch etwas mitteilen.
Ich habe etwas vor und möchte jemanden davon überzeugen.
Dadurch bedeutet Sprechen auch immer eine Intention und eine Gerichtetheit auf den entsprechenden Empfänger und auf den Raum, in dem das Sprechen stattfindet. Was will ich sagen? Was will ich erreichen? Was sind meine Argumente? Sprechen geht also weit über den rein muskulären, körperlichen Vorgang hinaus.
Es ist ein bewusster Mitteilungswille des Sprechenden, ein komplexer körperlicher, muskulärer und gleichzeitig auch geistiger Vorgang. Der Mensch ist auf vielen Ebenen am Sprechen beteiligt.
Somit ist das Sprechen ein durchaus komplexer Vorgang.
Formen Des Sprechens
Es gibt die unterschiedlichsten Formen des Sprechens. Sprechen muss nicht immer authentisch sein. Es kann z.B. auch nur sachlich, künstlich, trocken oder sogar emotionslos sein. Das Einsatzgebiet der Stimme beim Sprechen ist also riesengroß. Bei einer Ansage auf dem Bahnhof erwarten wir keine großen Emotionen. Auch nicht beim Nachrichtensprecher, der möglichst sachlich und ohne eine eigene innere Haltung die Informationen sprechen muss.
Beim Sprechen von Werbetexten hören wir oft eine übertriebene, gespielte Emotionalität, die aber für dieses Genre des Sprechens sehr passend scheint. Der Synchronsprecher bei Film und Fernsehen hat wiederum ganz anderen Regeln zu folgen. Er muss seine Stimme so modulieren, dass sie zu der entsprechenden Situation und vor allem zum Charakter der Person passt, die er synchronisiert.
Das ist eine ganz eigene Kunstform und es gibt hier zahlreiche große Meister ihres Faches.
Wer würde nicht sofort die Stimme von Christian Brückner mit Robert de Niro identifizieren?
Oder die Stimme von Klaus Schwarzkopf mit Columbo? Es entstehen Traditionen und Erwartungen, Modelle, nach denen gesprochen wird und auch gesprochen werden muss.
Sprechen ist also immer ein Mittel zum Zweck.
Wie funktioniert Sprechtraining?
Beim Sprechtraining trainieren wir die beweglichen Teile im Kehlkopf und im Mundraum, also: Stimmlippen, Zunge, Lippen, Unterkiefer, Gaumensegel (Velum) mit dem Zäpfchen (Uvula), Rachen und Glottis. Sie sind der Werkzeugkasten des Sprechens, und somit die Basis für Sprechtraining. Immer haben wir es mit Muskeln zu tun. Sprechtraining bedeutet somit immer:
Training der Muskulatur.
Wie kann man besser sprechen ?
Besser Sprechen heißt also konkret: Die Spannungsverhältnisse der Muskulatur im eigenen Körper bewusst kontrollieren und verändern zu können. Artikulatorische und stimmliche Arbeit bedeutet nämlich auch immer: Arbeit am ganzen Körper. Natürlich können wir besser Sprechen wenn wir mit unserem Körper im Einklang sind. Aber um diesen Einklang zu erlangen kann Sprechtraining ein sehr wertvoller Wegweiser sein. Denn Körper und Stimme hängen immer untrennbar zusammen. Die Stimme trainiert den Körper und der Körper trainiert die Stimme.
Hier zeigt sich sich immer wieder ganz toll, wie das Training der für uns sichtbaren Muskulatur, zB. Bewegung der Arme und Hände auch unmittelbare Auswirkung auf die unsichtbare Muskulatur der Stimme und des Sprechens hat.